ZAUBERER KARL KARLICZEK
BEGEISTERT MIT KABARETTISCHER SHOW


„Unmöglich. Ich habe keine Erklärung dafür“, ist Bodo Seil sichtlich beeindruckt. Der 54-Jährige ist Besucher einer kabarettistischen Zaubershow, die der Kunst- und Kulturverein Taucha an die Parthe geholt hat. Zauberer Karl Karliczek aus Leipzig demonstriert hier, wie die Ringe dreier Damen aus dem Publikum erst verkettet sind und dann wieder gelöst werden. „Sie bekommen natürliche ihre Ringe wieder, wenn der Trick klappt“, so der 47-Jährige, der das erste Mal in Taucha auftritt und damit die Lacher auf seiner Seite hat. Nach ein paar galanten Sprüchen bittet er Monika Mehling nach vorne auf die Bühne, die die Ringe fest in Händen halten soll. „Ich habe meine Hände ganz fest gedrückt, weil ich mir denken konnte, dass da noch irgendwas passieren würde. Aber nichts ist geschehen“, ist die Portitzerin anschließend noch immer ratlos, denn die drei einzelnen Ringe sind nach einem Zauberspruch tatsächlich ineinander verschlungen. Stolz zeigt Karliczek das Ergebnis seiner kurzweiligen Show und geht damit von Tisch zu Tisch, auch bei Schlosser Bodo Seil kommt er vorbei, der sich die Ringe genau anschaut. „Ich kann keine Manipulation erkennen. Jeder Ring ist ja das Original der Besucher. Beeindruckend“, erzählt der Aschaffenburger, der in Taucha arbeitet.
Am Ende hat natürlich jede der drei Damen ihren Ring wieder unversehrt zurück bekommen. Wie der Trick funktioniert, verrät Karl Karliczek nicht. „Wir tauschen Zaubertricks nur unter Zauberern und Amateuren aus“, erklärt der gelernte Schauspieler, der seit 2003 mit seinem aktuellen Programm auftritt und lange gebraucht hat, um die Zauberkunst zu beherrschen. „Man muss sich alles autodidaktisch selbst beibringen. So eine Show lebt ja von der eigenen Interpretation und Ausführung. Da die Zauberkunst eine alte und traditionelle Kunst ist, wurde vieles überliefert. Man muss sich damit beschäftigen und die Techniken dann verfeinern, abwandeln und zu seinem eigenen Trick verarbeiten.“ Auf die Präsentation der Texte und Requisiten legt der sympathische Messestädter besonders Wert. Von Uri Geller, David Copperfield & Co. hält Karliczek übrigens wenig. „Die alten Meister mit ihrer anspruchsvollen und feinen Art der Präsentation sind da eher meine Vorbilder.“
Die humorvollen Darbietungen in teilweise unterschiedlichen Dialekten kommen bei den Tauchaern an. „Wirklich gut“, ist Karsten Meyer am Tisch ganz vorn am Dauerkichern, als Karliczek gerade eine kleine Episode mit viel Wortwitz und in französischem Dialekt vorträgt. Echtes Mitleid haben die Gäste wohl bei dem Maskentrick, der der Geschichte vom französischen König Louis XIV. und dem Austausch mit dessen Zwillingsbruder nachempfunden ist. Ähnlich wie in der Geschichte verhüllt sich der Zauberkünstler mit einer eisernen Maske, nach dem Aufprall auf dem Boden klar als solche zu erkennen. „Zum Schutz vor den scharfen Kanten benutze ich Pflaster“, kündigt Karliczek an und klebt sich die großen schwarzen Pflaster über seine Nase und die Augen, direkt über die Augenbrauen. „Oh, das tut dann bestimmt weh“, stöhnen einige aus dem Publikum, bekommen jedoch flugs eine Antwort: „Einen schönen Zauberer entstellt nichts.“ Völlig blind unterscheidet der 47-Jährige rote von schwarzen Karten. Dabei hilft ihm Steffen Weiand aus dem Publikum, der bei den Tricks die Karten spontan aussucht und die Karliczek alle richtig erkennt. „Ich finde die Zaubershow wirklich toll“, ist der 32-jährige Weiand aus Badrina überrascht.